Neulich – Eine Laus reist in die Dauphine – Teil 1

Veröffentlicht in: Allgemein, Blog, Home, Landschaft, Reisen | 1

Neulich krümmte ich mich vor Bauchschmerzen. Nix half dagegen, weder Kamillentee noch Aspirin. Auch mein Hausarzt war ratlos. Erst nach längerem ‚in mich Hineinhorchen‘, bemerkte ich, daß mir eine Laus über die Leber gelaufen war. Was heißt gelaufen. Sie sprang Trambolin auf meiner Leber. Ich dachte zuerst, es wäre die Reblaus aus der Flasche Ribolla Gialla vom Vortag. Nein, weit gefehlt: Es war eine Gletscherlaus vom letzten Besuch auf der Zugspitze und ich war ihr Rettungsplan. Da der Zugspitzgletscher in den letzten Zügen liegt, wurde aus der Laus ein Klimaflüchtling. Sie machte mir schell klar, dass ich dafür zu sorgen habe, ihren Transport in ein sicheres Eis zu organisieren.
Guter Rat war mal wieder teuer. Vor lauter Leberschmerzen sprang ich in den BlueBus und fuhr einfach mal los.

Irgendwann war von Orientierung keine Rede mehr. Gottseidank kamen wir an folgendes Haus:

Der Nordpol ist zwar näher, war uns aber zu unsicher. Der Südpol war ja auch nur 15275 km weit entfernt. Also auf nach Süden.

 

Langsam wurde uns klar, dass es in diesen Zeiten mit den Grenzübertritten Probleme geben könnte. Plan B war gefragt.

Am Abend erreichten wir den Lago Maggiore.

Am gegenüberliegenden Ufer sieht man doch tatsächlich einen schneebedeckten Berg. Und das bei 36 Grad im Juli. Ich erinnerte mich, daß es in Frankreich einen Nationalpark mit jeder Menge Gletscher geben soll. Den ‚Parc National des Écrines‘, mit einigen Gipfeln über 4000m. Plan B war geboren.

Nach dem Grenzübergang tauchte bald das „Fort des Randouillets“ vor der Stadt Briancon auf.

 

Wir fuhren weiter Richtung Berge. Die Gegend wirkte langsam etwas verlassen. Die Häuser pitoresk.

 

Die Zeit ist hier verlohren gegangen. So brauchen die Uhren auch keine Zeiger mehr.

 

Das hier war wohl einmal eine Zementfabrik in besseren Zeiten.

 

Wir kommen in das Valgaudémar Tal und die Straße wird immer schmäler.

 

 

Der Talschluß ist schon zu erahnen.

 

Am Ende steht das Chalet-Hôtel du Gioberney.

 

Das Wollgras weist den Weg.

 

 

 

 

Wer kennt diese lustigen Blumen, die quasi aus dem Stein wachsen?

 

Der Lac du Lauzon auf über 2000m.

 

Am Talschluß zähle ich alleine in dieser Ecke 11 Bäche mit kleinen Wasserfällen.

 

 

Wasser gibt es hier reichlich. Nur keinen Gletscher.

 

 

Der erste Versuch fiel quasi ins Wasser. Notgedrungen ziehen wir weiter. Was bringt der nächte Tag? Das erfährt ihr im Teil 2.

 

 

Liebe Grüße von der Gletscherlaus.

  1. Martin

    Oberhalb 1800m gedeihen alpine Fels- und Polsterpflanzen. Dazu gehören auch verschiedene Steinbrech- und Hauswurzarten. Bei den abgebildeten handelt es sich sehr wahrscheinlich um den Spinnwebenhauswurz (Sempervivum arachnoideum) mit den leuchtend roten Blüten.
    Glückwunsch für den seltenen biologischen Fund. Diese Art ist stark gefährdet. Kommt in den bay. Bergen
    praktisch überhaupt nicht mehr vor.
    Der Kräutermartl.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.