Neulich bei de Deifen

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Schon Willi Michl trifft in der Unterwelt auf den Deife in seinem Song „Dra di ned um“. Aber davon später.

Als ich mich gestern auf den Weg in die Eng machte, hatte ich dergleichen nicht im Sinn, sondern wollte mit wenig Anstrengung auf einen Karwendelgipfel um ein paar Sonnenstrahlen einzufangen. Wegen der besseren Beleuchtung für evtl. Fotos, sollte ich früh los.

Also ging es um halb vier Uhr Richtung Isartal bzw. Risstal. Auf der Hinfahrt waren zu sehen 2 x Füchse, 1 Hase, 3 Rehe (auf der Fahrbahn), 3 x ca. 3 Hirschkühe, auch auf der Straße. Ein nächtlicher Besuch der Landstraße = Wildpark ohne Eintrittspreis.

Der Plan war bis zur Eng mit dem Bus zu fahren (um diese Uhrzeit garantiert Mautfrei). Dieser war aber dann in Hinterriss schon zu Ende. Die Strasse zur Eng mit einer Schranke gesperrt und das Umfahren derselben mit Androhung einer Anzeige verboten. Dabei wurde auch gleich darauf hingewiesen, dass die Loipe auch in diesem Winter nicht gespurt werden wird….

Gut, dann halt parken und mit dem e-bike in das Tal und Österreich einreisen. In meinen Gedanken war ich jahreszeitlich irgendwann im Spätherbst stehen geblieben. Da traf mit der Kühlschrank Engtal umso härter. Schneebrocken am Strassenrand, die Fahrbahn mit Reif überzogen, Lufttemperatur -5 Grad, die Finger waren schnell kalt und gefühllos. Reicht der Akku ? Wie werden die Bedingungen dannwohl dann erst im Talschluß sein?

Am geschlossenen Hotel vorbei fand ich schnell den Forstweg zur Bimsalm und erstaunlicherweise war dieser Weg weitgehend schneefrei und trocken. Die Temperaturen stiegen mit den Höhenmetern. As hätte mich eigentlich stutzig machen sollen, aber ich war dankbar für die Wärme.

An der Bimsalm wurde das bike verstaut und ich macht mich auf den Weg zum Gramaijoch.

 

Eine Mondnacht bringt die Bergspitzen schön zum Leuchten.

 

 

 

Gerade war es noch mondhell, plötzlich wird es duster. Der Erdplanet taucht ab.

 

 

Im Schnee gibt es keine Spuren von anderen Wanderern. Ich bin hier wirklich völlig alleine unterwegs und es liegt nicht nur an der Uhrzeit.

Auf einmal sehe ich Spuren. Aber keine menschlichen. Sondern von gespaltenen Hufen. Mir wird Angst und Bange. Beginnt hier das Reich des Gehörnten?

Was heißt ein Deife, nach den Spuren müssen es ein ganzer Haufen Deife sein.
Deshalb steigen wohl auch die Temperaturen, je weiter ich dem Pfad folge.

 

 

Es geht immer steiler den Geröllhang bergauf, als mich ein lautes Zischen hinter den Latschen erschreckt. Der Deife?

 

 

Und nicht nur einer – gleich mehrere.

 

 

Und auch die Jungdeife sind anwesend.

Die Oberdeife tronen natürlich ganz oben.

 

Da können die Unterdeifen nur hochschauen.   

 

Zaghaft meldet sich Sonne in den heutigen Tag und beleuchtet die Gipfel von Schafkar- und Bartspitze. Man sieht, dass sich die Lärchen schon aller ihrerer Nadeln entledigt haben.

 

 

Unten das Dorf Eng. Rechts das Gamsjoch.

 

In der Scharte sind wir vor 4 Wochen auf diesen Gipfel aufgestiegen.

 

Endlich in der Sonne, schmeckt die Brotzeit ganz ausgezeichnet. Es ist so einsam, dass ich schon Stimmen höre, obwohl es gar keine geben kann.

 

Es ist Zeit zum Abstieg und die Rückfahrt durch den Eng-Kühlschrank.

Halt, an den Bergahorn kann ich nicht ohne Foto vorbeifahren.

 

 

Erstaunliche Formen – Launen der Natur.

 

 

 

Kaum nach Hause gekommen, stand schon der nächste Programmpunkt des Tages an.

Auf in die Unterwelt bzw. Unterfahrt – der weltbekannte Jazzclub. Das Omer Klein Trio spielte mich in den Traum.

Hier ein kurzer Ausschnitt.

Aber das gehört ja gar nicht hier her

Liebe Grüße

Franz

3 Antworten

  1. Eugen

    ……der hat ein Leben, sagte meine Frau soeben und sie meint den Franz. Schon krass, was man an einem Tag erlebt, wenn man so neugierig ist, sage ich. Da kann sich manche Dumpfbacke was abschauen……mach weiter, Franz!

  2. Martin

    siagstn steh, wira hofft, wira schaugt ?
    ja wia da schwarz Deifi so wild,
    a söllana Bock is der ma daugt
    und i vertrau drauf das a vaspielt.

    denn a so, oder a so
    und steigert er eine in d Höll
    i griagat n doch!
    Ho He Hulljohe, Hollarei….

  3. Helga und Eddi

    Lieber Franz, wir beneiden dich! Wir kennen und lieben die eng auch gut aber nicht um diese Uhrzeit. Toll wie der Mond hinter den Bergen verschwindet Punkt die Fotos und die Schilderungen dazu sind wirklich super, man bekommt direkt eine Gänsehaut. Danke für alles. Wir freuen uns auf die nächste Reportage. Lieben Gruß Helga und Eddi

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