Neulich – der letzte Neandertaler

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Neulich sah ich im Internet ein Bild von einem Neandertaler. Dort stand, er soll der letzte seiner Art sein. Seine Herkunft ist allerdings umstritten. Gerüchteweise soll er ein Stiefbruder von Anton aus Tirol sein. Die Dauerbeschallung der Tiroler Berge mit Jodelpopmusik brachte ihn beinahe um den Verstand. Als letzter Ausweg soll er daher in die ruhigeren bayerischen Berge geflüchtet sein. In der Gegend der Jachenau, will ihn ein – allerdings betrunkener – Feuerwehrhauptmann zuletzt gesehen haben.

Soweit die Gerüchteküche. Für mich Grund genug aufzubrechen, in die Jachenau. Als alter Färtensucher, war ich recht guter Dinge Neandi aufzuspüren. Ich dachte, wenn er schon in unsere Berge eingewandert ist, wird er auch eine gute Aussicht zu schätzen wissen.

Am Nachmittag machte ich mich auf die Socken, in die Jachenau. Parkplatz 3,50 Euro. Man gönnt sich ja sonst nix.

Hier zur Info ein Archivbild. Rechts, der Gesuchte Homo Neanderthalensis, links daneben derHomo Erectus.

 

Das Wetter war leider nicht optimal. Es hatte frisch geschneit und immer neue Wolken zogen auf. Zwischen den Wolkenfetzen kann man schön den Walchesee erkennen:

 

Langsam nähere ich mich dem Gipfel. Obacht ! Am Gipfelkreuz bewegt sich was. Der Neadi ?

Ich schau mir die 100% Ansicht dieses Bildes an. Tatsächlich, da steht jemand neben dem Gipfelkreuz. Das wird er wohl sein. Neadi, warte, ich komme!

 

Der Aufstieg durch den frischen Schnee dauert seine Zeit. Dafür gibt es immer wieder schöne Blicke zum See.

 

Endlich komme ich zum Gipfel. Leider ist der Neadi nicht mehr zu sehen. Er hat mich wohl bemerkt und versteckt sich. Nicht umsonst ist es der letzte seiner Art.

Dafür gibt es jetzt einen tollen Blick auf See und Gipfelkreuz. Die Sonne scheint auch noch da zu sein.

 

In 40 Minuten soll es dunkel werden. Die Sonnenstrahlen bekommen langsam etwas mehr Farbe.

 

Im NordWesten sind die Osterseen schön eingefärbt.

 

Es wird langsam zugig am Gipfel. Die Temperaturen sinken rapide. Meine Finger und Zehen sind schon eiskalt und fast ohne Gefühl. Ich glaube ich trete den Rückzug an, das Restlicht für den Abstieg ausnutzen.

 

Meine Stirnlampe leuchtet mir den Rückweg aus. Tja, leider kein Interview mit dem Neadi. Gibt es ihn überhaupt, oder ist er nur ein Gerücht?

 

 

Ich steige in den Bluebus und fahre los. Plötzlich, völlig unerwartet – das ist ER doch! 

Wie gibt es denn das?  Das Rätsels Lösung: Der Neandi bin wohl ICH! Wie aus dem Gesicht geschnitten – vergleiche mit dem Bild oben.

Ok, in Zeiten des Lockdown kommt es vermehrt zu äußerlichen Veränderungen.

Aber: Nach dem Lockdown kommt unweigerlich der Locken Down.

 

Liebe Grüße

Franz

 

 

2 Antworten

  1. Natalia

    Hi Franz, Dankeschön für die Geschichte! Ich habe so laut gelacht, wie schon lange nicht!
    LG, Natalia

  2. Scholtz Jens

    Hallo Franz,
    Du schaffst es Doch immer wieder einen zum schmunzeln zu bringen in dieser blöden Zeit.
    Selbst aus einem durchwachsenen Wetter machst Du noch eine unterhaltsame Story!
    Gruß
    Jens

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