Neulich am Gamsjoch

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Im Karwendel gibt es einen Berg mit Namen „Gamsjoch„. Wie im Namen schon erkennbar, tummeln sich dort normalerweise jede Menge Gamsen (bayerisch für Gemsen). Qausi ein ganze Herde.
Da sich der Gipfel allerdings nicht mit jedem abgibt, muss man als Ü60 davon ausgehen, daß es ein schweres Joch zu tragen gilt.
Das Joch das ich zu tragen hatte, war die Sony A7R2 mit dem 200-600er Telezoom + Stativ – zusammen knapp 4 extra kg.
Ich wollte ja schließlich die Gamsen fotografieren. Und wenn es um gute Bilder geht, ist kein Aufwand zuviel.

An Höhe waren so 1300 Meter zu überwinden. Das hatte mein Stammhirn zum Zwecke des Selbstschutzes mal eben bewußt ignoriert.

Mein Freund Martin hatte idealerweise die gleiche Idee bezgl. des Gipfels der Wahl und somit war alles klar: Auf zum Gamsjoch.
Als Sani war Werni mit von der Partie. Wenigstens einer von uns sollte sicher in der Lage sein, das Tal wieder heil zu erreichen, um von unseren Heldentaten berichten zu können….

 

 

Schon am Parkplatz in der Eng beeindruckt uns das Ambiente von Bergahorn und der Felsenwände im Talschluss.

 

Es gibt 2 verschiedene Wege zum Gipfel. Den einfachen, flacheren und den sausteilen Direktweg. Wir alten Knacker, hochmotiviert, entschieden uns natürlich für die schwierigere Route. Schließlich kommen wir dadurch schneller zum Ziel.

Daß der Weg nicht nur sehr steil war, sondern auch noch voller Geröll und steckenweise vereist, machte die Sache noch viel reizvoller….

 

Aber wo sind jetzt die Gamsen?  Von meiner letzten Besteigung waren mir der Hang bekannt, in dem sie sich üblicherweise bewegen. Dieses mal Fehlanzeige?

 

Werni mit dem Scharfblick hält Ausschau.

 

 

Es waren dann doch welche zu sehen. Es hat schon Vorteile, wenn man weiter als 20 Meter scharf blicken kann, da die Viecher ja mindestes 50 Meter entfernt sind.

Eine Gams mit Kitz. Die Mutter stellt sich immer zwischen Gefahr (uns) und dem Kitz.

 

Aber manchmal bleibt es einfach stehen. Berufswunsch Modell.

 

 

Aber selbst Werni kann nur 4 Gamsen auf dem Hang entdecken. Wo sind die anderen?

 

Der Fluchtweg der Mutter mit Kitz verrät es uns. Sie sind in dem verschneiten Hang auf der gegenüberliegenden Seite. Mit blossem Auge kaum zu erkennen im Kontrast von hellerm Sonnenlicht und den dunklen Felsen. Durch das lange Tele sind sie dann doch gut zu erkennen.

 

Das Duo auf dem Weg zur Herde.

 

 

Sind wir richtig, Mama?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Genug der Gamsen. Wir haben ja noch mehr vor. Es sind noch ca. 1,5 Stunden bis zum Gipfel.

 

 

Am Gipfelgrat (Handy):

 

 

Da steht das Kreuz.

 

 

 

Von dort bewundern wir das Panorama der umliegenden Wände. Ein erhebendes Gefühl, diese Naturbühne in herrlicher Ruhe betrachten zu dürfen.

Hier eine kleine Auswahl:    

Auf diesem Gipfel befindet sich ein Bergsteiger, wie man in der 100% Vergrößerung erkennen kann.

 

 

Berauscht von den Eindrücken machen wir uns an den Abstieg.

Der Weg führt uns von der Sonne in den Schatten. Das bedeutet jedesmal auch einen Wechsel von Herbst in den Winter.

Ein Ausrutscher läßt mich im „Batz“ landen. Erst berauscht, dann paniert.

Die Gipfel sind noch durch das Abendlicht beleuchtet. Zusammen mit den beeindruckenden Ahornbäumen ein schönes Abschiedsscenario.

 

 

Liebe Grüße

Franz

 

 

2 Antworten

  1. Richard

    Sehr schoen Franz. Tolle Bilder. Hier in Dubai geht in ein paar Monaten auch wieder die „hiking“ Season los. Aber alles Mickey Maus im Vergleich zu deiner Abenteuern:-)

  2. Eugen

    Herrliche Bilder, aber nicht nur das: auch ein launiger Text! Mich erinnert das an meine Zeit als wehrpflichtiger Gebirgsjäger in Mittenwald am Karwendel. Liebe Grüße!

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